An die Fans der Hollywood Kurve Geretsried

Die Idee der „Geretsried"-Buchstaben ist genial: witzig, sympathisch, Identitätsstiftend, nachhaltig ‒ eine sehr emotionale Mischung. Die Hollywood-Kurve vereint all das, was Geretsried ist: jung und in vielerlei Hinsicht auch unkonventionell, einfach anders.


Die Erfinder haben aus Marketingsicht alles richtig gemacht! Die Hollywood-Kurve berührt – das Herz der Geretsrieder und die Emotionen derer, die vorbeifahren und schmunzeln, wenn sie die Buchstaben sehen.

Noch mehr freue ich mich, dass sich jetzt Bürger mobilisieren und für ihre nach außen sichtbare Geretsrieder Identität einstehen und kämpfen. Das ist ein Zeichen für Zusammenhalt und für ein Bekenntnis zu Geretsried. Genau das macht die Stadt und den Landkreis aus und stärkt uns von innen. Und das ist wohl das größte Geschenk, das die scheinbar harmlosen Buchstaben geschaffen haben. Das ist unbezahlbar.

Aber jetzt kommt das Gesetz und berücksichtigt diese Emotionen nicht. Es regelt Verkehrssicherheit – und das völlig spaßbefreit.
Die Hollywood-Kurve liegt an der Bundesstraße. Hier gilt das Bundesfernstraßengesetz. Es ist Aufgabe des Landratsamtes und des Straßenbauamtes, die Einhaltung dieser Gesetze zu überprüfen und Missachtung zu ahnden. Dabei steht die Sicherheit jedes Verkehrsteilnehmers im Vordergrund – für alle ohne Ausnahme. In diesem Fall lässt sich das Gesetz so übersetzen: so wenig künstlich geschaffene Hindernisse wie nur irgend möglich. Stadt und Landkreis müssen sich daran halten und haben hier keinerlei Gestaltungsmöglichkeit, sondern müssen die Rechtslage herstellen und die Vorschrift vollziehen.

Ich finde: Die Buchstaben müssen in Geretsried bleiben. Das wollen wir doch alle, die Geretsrieder genauso wie auch wir vom Landratsamt. Doch jetzt bin ich der Bote der schlechten Nachricht: Dort, wo sie momentan sind, ist es nicht legal und überschreitet das Gesetz. Die Hollywood-Kurve ist nach letzter Unfallstatistik nach wie vor eine Unfallhäufungsstelle. Das erfordert besondere Aufmerksamkeit.

Die Mitarbeiter im Landratsamt haben intensiv überlegt, ob wir den Schriftzug nicht irgendwie legalisieren können. Aber Tatsache ist: Das Bundesfernstraßengesetz erlaubt hier keinerlei Ausnahmen, auch nicht durch spezielle Sicherheitsmaßnahmen. Das heißt: Die Buchstaben müssen umziehen, wir brauchen einen anderen Standort.

Mein persönlicher Aufruf an die Geretsrieder: Gemeinsam für eine Sache kämpfen ist wichtig und richtig. Als Landrat bin ich stolz, wenn sich Menschen so für eine Sache einsetzen. Geretsried bekennt Farbe. Super!

Also jetzt bitte gemeinsam überlegen, wo wir die Hollywood-Buchstaben an einer geeigneten anderen Stelle anbringen können. Ich helfe auch mit, weil ich von der Sache überzeugt bin.

Josef Niedermaier
Landrat